Die Klatschmohnfrau

 

Regie: Lars Helmer
Mit: Ingrid van Bergen

Termine

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Die Klatschmohnfrau

(La Femme Coquelicot)

von Noëlle Châtelet
Deutsch von Uli Wittmann

Regie: Lars Helmer
Marthe: Ingrid van Bergen


Marthe ist siebzig und verwitwet. Ihr Leben empfindet sie als leer, sinnlos – ihre Gedanken kreisen um Wehwehchen, Pillen, Arzttermine, Langeweile. Aber dann taucht plötzlich dieser charmante ältere Herr auf, den sie den „Mann mit den tausend Halstüchern“ nennt. Wie ein Meteor vom Himmel  fällt dieser Felix  in ihr Leben und verursacht ein Chaos der Gefühle. Ihre wohlgeordnete Existenz wird umgekrempelt: Plötzlich hat „Oma“ keine Zeit mehr, die Enkelkinder ohne Voranmeldung zu hüten, geht abends aus, hat keine Zipperleins mehr,  und endlich erhält sie auch den ersten Liebesbrief ihres Lebens. Statt herzschonendem Eisenkrauttee trinkt sie Kaffee im Bistro „Les Trois Canons“. Sie darf wieder jene aufregende klatschmohnrote Bluse tragen, die am Tag ihrer Verlobung mit dem pedantischen Langweiler Edmond in der Versenkung zu verschwinden hatte. Klatschmohnrot wird zu ihrem Symbol ihrer Liebe zu Felix.

„Die Klatschmohnfrau“ spricht von einer Liebe, die in unserer Zeit ein Tabu ist: eine Leidenschaft, die die Herzen und auch die Körper verjüngt. Eigentlich wird erwartet, dass wir uns im Alter verschämt und geschlagen zurückziehen, statt noch einmal aufzublühen. Noëlle Châtelet lüftet den grauen Schleier, der über diese beunruhigende Möglichkeit gebreitet ist.


Noëlle Châtelet war viele Jahre lang Universitätsdozentin für Philosophie an der Sorbonne in Paris und ist eine der angesehensten Persönlichkeiten der französischen Literaturszene. Sie schrieb Erzählungen, Romane und Essays, für die sie mehrere Literaturpreise bekommen hat. Mit ihrer „Trilogie der Farben“ („Die Dame in Blau“, „Die Klatschmohnfrau“, „Das Sonnenblumenmädchen“) ist sie auch in Deutschland bekannt und populär geworden. Ihr letzter Roman, der in Frankreich zu vielen Diskussionen angeregt hat, liegt inzwischen auch auf Deutsch vor: „Die letzte Lektion“


UA:  Februar 2003 Paris Théâtre des Mathurins